Stiftung Warentest 09/2010
Candy bedeutet Süßigkeit - trifft das auch für Waschmaschinen zu?
Im Rahmen einer Bewertung durch die Stiftung Warentest wurden im Jahre 2010 diverse Waschmaschinen einer Überprüfung unterzogen, die sehr unterschiedliche Ergebnisse brachte. Neben den in diesem Marktsegment etablierten Herstellern wie Siemens, AEG, Bosch, LG, Blomberg und Samsung und anderen wurde auch der Hersteller Candy im Härtetest geprüft. Die Tester ließen die Waschmaschinen pausenlos ihren Dienst verrichten und allein das 1840-malige Be- und Entladen der Trommeln entspricht einer Laufzeit von fast 10 Jahren. Die Stiftung Warentest ist der Auffassung, dass dieser Zeitraum in etwa der Lebensdauer einer guten Waschmaschine entsprechen soll.
Ein wichtiges Fazit vorab
Damit diese Zusammenfassung nicht von den nutzbringenden Ergebnissen ablenkt, muss eine wesentliche Tatsache vorab erwähnt werden. Die Maschinen des Herstellers Candy mit der Typenbezeichnung GO 1460D schloss im Kreise der Konkurrenten als einzige Waschmaschine mit dem Resultat mangelhaft ab. Dabei war die Candy GO nicht einmal der preisgünstigste Testkandidat. Zu einem Durchschnittspreis von 635 Euro konnte diese Maschine im Handel erworben werden. Im Vergleich dazu erreichte die mehr als 200 Euro günstigere Whirlpool AWO 6445 das Qualitätsurteil gut.
Während des Tests stufte man die Candy nicht mit der Aussage mangelhaft ein. Selbst wenn die Testmaschinen, die verfügbar waren funktionsfähig blieben, schafften diese ausschließlich ausreichende Waschergebnisse. Allerdings musste der Prüfvorgang bei zwei Geräten schon in der Anfangsphase abgebrochen werden, da Beschädigungen in Form von Rissen an der Trommel dazu führten, dass die Candy Produkte vollständig beschädigt wurden. Ob die Tatsachen, dass der Wasserbrauch zu hoch war oder die Lautstärke der Maschine extrem belästigte, noch eine Rolle spielten, ist fraglich. Im Oktobertest des Jahres 2010 raten die Prüfer der Stiftung Warentest deutlich von einer Anschaffung dieser Waschmaschine ab.
Wie haben die anderen Waschmaschinen abgeschnitten?
Alle anderen Maschinen, und das sind 13 Stück, beendeten den Dauertest mit dem Ergebnis gut. Losgelöst von den Beschaffungspreisen unterschieden sich die getesteten Geräte nur in Nuancen. Die eine hatte einen etwas geringeren Wasser- und Stromverbrauch, eine andere lag in der Handhabung weiter vorn. Das Notenfeld liegt zwischen den Zahlen 1,8 und 2,4. Wie man bereits daran erkennen kann, sind die Unterscheide lediglich gering.
Trotz eines Preises von knapp über 900 Euro gewann der Hersteller Siemens mit dem Modell WM 14S750 dieses Rennen. Insbesondere bei den Umwelteigenschaften schaffte es diese Maschine zu punkten. Außerdem kann die Siemens mit einer Kapazität von 7 Kilogramm Wäsche aufwarten. Dass die Siemens-Waschmaschine zudem die leiseste war, könnte für Kunden interessant werden, die den Frontlader in der Küche aufstellen möchten.
Mit 1080 Euro landete die teuerste Maschine dieser Testreihe auf Platz 2. Der Name Miele bürgt bei Elektrogroßgeräten schon traditionell für Qualität. Zu dieser Erkenntnis kam auch die Stiftung Warentest. Das Modell W5821 WPS konnte vor allem durch die beste Schleuderleistung und ihr Spülprogramm überzeugen. Ein Aspekt, der Miele-Maschine Platz 2 bescherte, war zudem die Zuverlässigkeit.
Aber ebenfalls im Preisbereich unter 700 Euro lassen sich gute Waschmaschinen finden. Hersteller wie AEG oder Bosch sowie LG und Blomberg konnten in einigen Testbereichen mit den Plätzen 1 und 2 absolut mithalten. Besonders die AEG Elektrolux L74650H punktete durch ihre hervorragende Ausstattung und eine einzigartige Programmvielfalt.
Für 600 Euro bietet der Versender Neckermann das Modell Zanker IF9480 an. Für Kunden, die schnelles Waschen wünschen, ist diese Maschine vielleicht die richtige Wahl. Die Waschprogramme sind im Gegensatz zu den anderen Testmodellen vergleichsweise kurz. Lediglich bei Volllast könnte es sein, dass beim Spülen noch Waschmittelreste zurückbleiben. Dieses war allerdings nicht so erheblich, als dass die Zanker nicht mit der Note 2,3, also gut, bewertet werden konnte.
Macht es Sinn die Waschmaschine am Warmwasseranschluss zu betreiben?
Ebenfalls mit im Rennen waren bei diesem Test zwei Maschinen mit einem Warmwasseranschluss. Die allgemeine Meinung und die Werbung sind der Auffassung, dass sich durch das Zapfen des bereits durch die Heizung erhitzten Wassers, die Energiekosten erheblich reduzieren. Die Miele W1747WPS EcoLine und die Samsung WF9844 traten in diesem Bereich gegeneinander an. Die Anschaffungspreise dieser Geräte lieben bei 1180 Euro (Miele) und 730 Euro (Samsung).
Unter dem Strich konnte im Rahmen des Tests festgestellt werden, dass der Stromverbrauch im Warmwasserbetrieb tatsächlich deutlich geringer war, als im Kaltwasserbetrieb. Wenn man allerdings den recht hohen Kaufpreis dieser Ersparnis gegenüberstellt, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Geldbörse kaum entlastet wird. Dies gilt allerdings nur, wenn das warme Wasser mit einer konventionellen Heizung oder einer Therme erzeugt wird.
Sollten Sie Ihr Warmwasser unter Zuhilfenahme einer Wärmepumpe oder durch Solarenergie gewinnen, lohnt sich die Anschaffung einer Waschmaschine mit Warmwasseranschluss eher. Der Anschaffungspreis amortisiert sich dann durch die eingesparten Stromkosten.
Zusammenfassung des Tests
Der Begriff Candy mag zwar süß klingen, führt aber in Bezug auf die getesteten Maschinen eher dazu, dass die Besitzer sauer werden. Die geprüften Maschinen dieses Herstellers brachten nicht nur schlechte Ergebnisse, sondern hielten den Anforderungen nicht einmal ansatzweise stand.
Für die anderen Waschmaschinen gilt: »Die Platzierungen sind so dicht beieinander, dass nur Kleinigkeiten über den Rang entschieden!« Diejenigen, die sich eine neue Waschmaschine anschaffen möchten oder müssen, finden unter den mit gut bewerteten Produkten sicher die Maschine Ihrer Wahl. Den Ausschlag für eine Kaufentscheidung wird dann sicher die Programmvielfalt oder der Bedienungskomfort geben. Die Waschleistungen und der Energieverbrauch sind bei den meisten Maschinen im Test sehr ähnlich.